Merkel hat gerade den zweiten Umschlag geöffnet

Politik

Es ist gibt ja das Gerücht, dass Staatspräsidenten und Bundeskanzler ihrem Nachfolger drei Umschläge mit dem Hinweis hinterlassen, diese in Krisensituationen zu öffnen. In dem ersten Umschlag steckt ein Zettel mit folgendem Ratschlag: „Wenn es mal Probleme gibt, schieben Sie alles auf ihren Vorgänger und wenn es erneut Probleme geben sollte, öffnen Sie den zweiten Umschlag!” In dem zweiten Umschlag steckt der Hinweis: „Machen Sie eine größere Kabinettsumbildung!“ Im dritten Umschlag steht dann nur lapidar: „Besorgen Sie sich drei Umschläge!“
Während der großen Koalition brauchte Frau Merkel den ersten Umschlag nicht öffnen. Gemeinsam mit den aus dem Vorgängerkabinett übriggebliebenen Ministern konnten selbst größere Krisen halbwegs anständig gemeistert werden. Angesichts des katastrophalen Starts der ersten schwarz-gelben Regierung seit Kohl dürfte Angela Merkel nun bereits nach knapp neun Monaten den zweiten Umschlag geöffnet haben.
Ihr zögerliches Auftreten während der Griechenland-Krise, hat ihr Image als erfolgreiche Krisenmanagerin ramponiert. Am Ende kam ein Rettungspaket heraus, für das sich die Franzosen feiern lassen und die Deutschen bezahlen. Dies hat ihr Bild von der „eisernen Kanzlerin“ schmelzen lassen, wie Butter in der griechischen Sonne. Der Koalitionspartner hängt ihr mit seinen Eskapaden und Forderungen nach Steuersenkungen zur Unzeit wie ein Mühlstein um den Hals und nun bringt der Abgang Horst Köhlers Deutschland an den Rand einer Staatskrise.
Eine Kabinettsumbildung kann neue Energie freisetzen. Kann, muss aber nicht! Denn in den Reihen der Union ist wenig kompetentes Fachpersonal zu kriegen. Von der einst stolzen Männerriege der Union ist nicht mehr viel übriggeblieben: Friedrich Merz, Edmund Stoiber, Roland Koch sind alle weg. Wolfgang Schäuble ist nur noch Minister von Merkels Gnaden. Ursula von der Leyen als Bundespräsidentin wegzubefördern, um den schwer angeschlagenen Jürgen Rüttgers aus NRW zu entsorgen, sieht eher nach einer Verzweiflungstat aus. #Zensursula hat nicht nur in der Netzgemeinde viel Kredit verspielt. Auch in den eigenen Reihen ist die Anzahl der Kritiker groß. Einen überparteilichen Habitus vermißt man bei ihr komplett. Da gibt es sicherlich geeignetere Kandidaten.
Wenn die Bundespräsidentenwahl in die Hose geht, wird es Zeit für Merkel, sich drei Umschläge zu besorgen…

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